Gunnar Böltes

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Weihnachten im Schuhkarton?

9. November 2009 · Kommentar schreiben

Die Zeitungen werden dicker (ohne den redaktionellen Teil zu erweitern) , die günstigen Kerzen für den Adventskranz sind ausverkauft, jede menge „Best of“ Alben erscheinen.
Weihnachten steht vor der Tür.

Traditionell auch die Zeit, in der die Spendenbereitschaft in Deutschland steigt.
Auch in Zeiten der Krise werden sich viele Menschen ihrer privilegierten Situation bewusst und haben das Bedürfnis, anderen zu Helfen.
Das wissen selbstverständlich auch diejenigen, die Spenden einsammeln…

Heute ist offenbar wieder der mediale Auftakt der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“
Eine simple Idee, geschicktes Marketing: besonders Familien werden aufgefordert, mit in einem Schuhkarton verpackten Geschenken Kindern eine Freude zu machen, die sonst zu Weihnachten nichts bekommen. Und wer möchte schon zu Weihnachten traurige Kinderaugen?

Zunächst das Positive: „Weihnachten im Schuhkarton“ ist eine aktive und konkrete Auseinandersetzung damit, dass der Wohlstand auf der Erde ungerecht verteilt ist. Wenn schon Kinder drüber nachdenken und etwas dagegen tun möchten ist das gut.
Mein Problem mit „Weihnachten im Schuhkarton„: diese Art Aktion ändern nichts an der Ursache, lindert nicht einmal die wichtigsten Symptome und wird als christliche Missionsveranstaltung durchgeführt.

Organisiert wird „Weihnachten im Schuhkarton“ von „Geschenke der Hoffnung e.V.“, der den Eindruck erweckt, er sei eine selbständige Organisation, die zwar „auf ein Netzwerk internationaler Partner zurückgreift“, ansonsten aber unabhängig ist. Die Satzung liest sich anders. So sind Absicht und Ziel der Arbeit, nämlich die „Verbreitung des Wortes Gottes und die Förderung des christlichen Glaubens auf der Basis des Evangeliums“ voranzutreiben, sehr stark geprägt von Samaritan’s Purse (http://www.samaritanspurse.org/) und der Billy Graham Evangelistic Association (http://www.bgea.org/). Wenn darüber hinaus von den maximal 15 Mitgliedern, die der Verein haben darf, ein Mitglied (und auch ein Vorstand (§ 7)) von  Samaritan’s Purse oder der Billy Graham Evangelistic Association USA vorgeschlagen werden muss (§ 4) und zudem alle Mitglieder sich auf die Glaubensaussagen von Samaritan’s Purse verpflichten müssen (§ 4), dann wird verständlich, warum die US-amerikanischen Seiten den Verein als deutsches Büro auflisten: „Geschenke der Hoffnung, a ministry project of the Billy Graham Evangelistic Association and Samaritan’s Purse“. Im Verbund mit anderen Büros von  Samaritan’s Purse repräsentiert Geschenke der Hoffnung e.V. das amerikanische Hilfswerk in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bei der Verteilung der Geschenke wird mittlerweile darauf verzichtet, die Missionschrift direkt in die gepackten Geschenkkartons zu legen. Stattdessen wird sie zusätzlich Angeboten. Ein bunter Comic, den kaum ein Kind liegen lassen wird. Wer wissen möchte was den Kindern mitgegeben wird, kann das hier nachlesen.

Die humanitäre Bedeutung der Aktion strebt gegen Null. Nicht ohne Grund wird vermieden von einer Hilfsaktion zu sprechen…

Wer in diesem Sinne Kinder beschenken möchte, kann das gerne tun.
Mein Eindruck ist, dass viele zu wenig über den Hintergrund von „Weihnachten im Schuhkarton“ wissen und sich so zum Teil Instrumentalisieren lassen. Für eine Weltanschauung die sie persönlich nicht teilen.

Wer humanitär spenden möchte, kann aus zahlreichen Organisationen wählen. Am besten ist eine feste monatliche Spende einzurichten, statt einmal im Jahr oder bei besonderen Katastrophen das Portemonnaie zu öffnen.  Ich persönlich empfehle gern die Ärzte ohne Grenzen

Wer die Ursachen bekämpfen möchte, kann selbst aktiv werden. Das ist ein dickes Brett, das zu bohren lohnt.

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Na, dann bin ich jetzt wohl vierzig…

25. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Ein kontrollierender Blick in den Ausweis. Dann in den Spiegel. Nochmal in den Ausweis.
Ich habe es amtlich: vier Jahrzehnte sind um.
Wie bei den Frauen der dreißigste Geburtstag, wird bei den Männern die Vollendung  des vierzigsten Lebensjahres mit allerlei Unruhe in Verbindung gebracht.
Existenzielle Fragen nach dem Sinn des Lebens, Midlife crisis, neuerdings versucht auch die Pharmaindustrie den Männern ein „Menopause“ einzureden (für die sie selbstverständlich schon eine entsprechende Substitutionstherapie im Angebot hat…)
Nun, die Frage nach dem Sinn des Lebens wurde 1983 umfassend erörtert, und auch sonst stelle ich mir nicht mehr Fragen als vorher. Aber natürlich auch nicht weniger…
Halbzeit? Keine Ahnung – vielleicht beginnt auch schon das letzte drittel oder viertel.
Ziele? Klar, die sind weiter vorhanden. Mit den Jahren wächst auch die Fähigkeit ihre Erreichbarkeit realistisch einzuschätzen – und sie entsprechend zu formulieren :-)

Und immer noch gilt was Farin Urlaub sagt:
„Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn Sie so bleibt.“

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Der feingliedrige Asiate

7. September 2009 · Kommentar schreiben

Das war wohl nichts.
„Ich wechsle mal eben die kaputte Lampe aus.“

Die Tage werden kürzer, beim Autofahren ist es häufiger nötig mit Licht zu fahren. Schlecht, wenn ein Scheinwerfer blind ist. In einem Cuore geht es dabei nicht nur darum zu sehen, sondern mindestens ebenso sehr um das Gesehen werden…
Also rein in den Baumarkt, Leuchtmittel gekauft (natürlich im Doppelpack um vorschriftsmäßig beide Seiten zu erneuern) und die Motorhaube aufgemacht.
Ein skeptischer Blick. Ein vorsichtiges Tasten. Verdammt, dass ist was für Klavierspieler.
Wie soll man den Stecker nach hinten abziehen, wenn „hinten“ die Hand im Weg ist, die nach „hinten“ ziehen soll?
Schlagartig wird mir klar, warum die Autos aus Deutschland so groß sind. Die Ingenieure denken an die Nutzer…

Ich fahre wirklich gerne mit dem Cuore.
Er bietet meinen gut 190 Zentimetern genug Platz, ist sparsam, wendig, anspruchslos bei der Parkplatzsuche und kommt ganz gut von der Ampel weg.
Das der relativ großzügige Innenraum auf Kosten der Knautschzone geht, ist offensichtlich. Welche Konsequenzen das für eigentlich einfache Wartungstätigkeiten hat, ist mir jetzt schmerzlich bewusst geworden.

Zur Illustration hier die Größenverhältnisse:

Im Motorraum des Daihatsu Cuore braucht man Fingerfertigkeit...

Ich hoffe die Lampen halten ein paar Jahre…

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Bei Engelbrecht gibt es keine Rumkugeln mehr

23. Juli 2009 · 4 Kommentare

Deutschland ist ein ordentliches Land.
Es muss das drin sein, was drauf steht. (Zumindest manchmal meistens…)
Deshalb gibt es die besten Rumkugeln der Welt nicht mehr.

Die beste Rumkugel der Welt - von Engelbrecht aus Bremerhaven

Die beste Rumkugel der Welt - von Engelbrecht aus Bremerhaven

Die Bäckerei Engelbrecht in Bremerhaven hat nach übereinstimmender Aussage aller maßgeblichen Tester mit ihren Rumkugeln vollkommen überzeugt:

  • außen knackig
  • innen weich
  • aromatisch
  • lecker
  • groß & günstig

Wer sie einmal gegessen hat, wird alle anderen Rumkugeln daran messen.
Und jetzt gibt es sie nicht mehr.

Die Rumkugel heißen jetzt „Jamaicaner“ – weil sie keinen Rum enthalten. Das ist „schon immer“ so gewesen – und Jahre lang hat sich niemand daran gestört. Aber, Deutschland ist eben ein ordentliches Land. Man kann Analogkäse verkaufen, und Eiweiß zu Garnelen formen. Es muss nur irgenwie drauf stehen. Vermutlich hätte Engelbrecht die Rumkugel auch als „Kleingebäck mit Streuseln aus kakaohaltiger Fettglasur mit Rumaroma“ oder einfach nur „RumAROMAkugeln“ verkaufen dürfen.
Sie haben sich für „Jamaicaner“ entschieden.

Rumkugel goes Jamaica ...und aus Raider wird jetzt Twix?

Rumkugel goes Jamaica ...und aus Raider wird jetzt Twix?

Ich werde tapfer weiter Rumkugeln bestellen.

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Thomas Schaaf – der Bart ist ab

31. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Der Pott ist in Bremen – und Werdertrainer Thomas Schaaf hat sich von seinem Vollbart getrennt.
Beides war eben live auf dem Balkon des Bremer Rathauses (und im NDR Fernsehen) zu sehen, wo die Mannschaft von Werder Bremen den DFB-Pokal den jubelnden Fans präsentiert hat.
Vor fünf Jahren habe ich mir, bei ähnlicher Gelegenheit,  auf dem Rathausplatz einen heftigen Sonnenbrand geholt…

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Ach, mann…

28. Mai 2009 · Kommentar schreiben

…das Leben ist nicht fair.

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Langen blüht auf!

13. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Im Rahmen der „Woche der Sonne“ finden auch in Langen einige Aktionen statt.
Unter anderem verschenkt die Stadt über 800 Töpfe mit Sonnenblumen unter dem Motto „Langen blüht auf“

Als ich gestern im Rathaus war, habe auch ich eine bekommen.
Heute wurden sie  im Kindergarten verteilt, so dass wir jetzt ein lustiges Wett-wachsen beobachten werden können.

Bisher ist nocht viel zu sehen:

Langen blüht auf? Wir werden sehen...

Langen blüht auf? Wir werden sehen...

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Tim Wiese – Fußballgott!

23. April 2009 · Kommentar schreiben

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!

Was für ein Halbfinale.
Was für ein Torhüter.
Erst die Parade in der letzten Minute der Nachspielzeit. Dann drei gehaltene Elfer.
Danke Tim Wiese!

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Karfreitag in Neukölln

10. April 2009 · Kommentar schreiben

Berlin ist nun wirklich nicht das, was man als Hochburg der Katholiken bezeichnen kann.

Das haben wir gemerkt. Im Britzer Garten, dem ehemaligen Bundesgartenschaugelände, haben sich heute hunderte (wenn nicht tausende!) an dem wunderbaren Frühlingstag erfreut.
Ein herrlich angelegter Park mit vielen Spielplätzen, Liegen und Stühlen – und das in Neukölln.
Da denke ich ja eher an Rütli und Problembezirk. Migrationshintergrund und fehlende Perspektiven.
Hier: tolle Atmosphäre, gute Stimmung, alle Kulturen, alle Altersgruppen, alle sozialen Schichten.

Definitiv ein Besuch wert: der Britzer Garten in Berlin-Neukölln

Definitiv ein Besuch wert: der Britzer Garten in Berlin-Neukölln

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Geburtstage

22. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Mann, mann, mann…

…gestern hat Nina ihren dreissigsten Geburtstag gefeiert. Heute wird Paula sieben.
Sie hat zwölf Kinder eingeladen. Nachdem Julius krankheitsbedingt leider absagen musste sind nun „nur“ 14 Kinder hier, und das seit 11.00 Uhr…
Zum Glück spielt das Wetter mit, so dass mit der Schatzsuche draußen schon einige Energie verbraucht werden konnte. Bei einem Kindergeburtstag im Februar ist das ja keine Selbstverständlichkeit.
Während ich die Erinnerungsfotos ausdrucke, spielen die Kinder jetzt
„Räuber & Gendarm“ – und zwar erfreulich friedlich :-)

Es ist schon zu merken, dass sie älter und selbstständiger werden.

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Wenn das Hobby zum Beruf wird

11. Januar 2009 · Kommentar schreiben

Das war ein Seminar nach meinem Geschmack.
Gute dreieinhalb Stunden, eine kurze Pause – und alles andere als trocken…

Ich habe gestern ein Whisky-Seminar besucht. :-)

Da gab es Grundlegendes zur Geschichte, zur Herstellung, zu den verschiedenen Sorten und Destillerien.

Im Mittelpunkt stand der Single Malt. Sechs verschiedene wurden ausführlicher vorgestellt und verkostet… von mild bis torfig-rauchig war für jeden Geschmack was dabei.

Für die Interessierten:

  • Aberfeldy – 12 years
  • The Speyside 12 years
  • Cragganmore 1997 – direkt vom Fass (deshalb mit über 58% und besser mit etwas Wasser zu verdünnen – dann sehr lecker!)
  • Clynelish 1992 – 16 years „unchillfiltered“   <= mein Favorit
  • Talisker – 10 years
  • Caol lla „For Friends of Classic Malts“

Der Dozent gehört offensichtlich zu den glücklichen Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Er hat zwei Läden, einen in Spaden und einen in Bremen, in denen man eine große Auswahl von Whisky (auch Whiskey) und anderen Spirituosen (und Gläser und so Zeug) kaufen kann. Mit fachkundiger Beratung und zu guten Preisen.

Der Laden heisst Whisk(e)y and more und bietet die Seminare regelmässig an. Sehr zu empfehlen! Infos hier.

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Gute Vorsätze

8. Januar 2009 · Kommentar schreiben

Mit Vorsätzen ist das so eine Sache. Jahrelang habe ich mich geweigert, irgendetwas zu planen oder umzusetzen nur weil per Definition ein neues Jahr beginnt.
Alter macht konservativ. Möglicherweise aus diesem Grund (oder wegen der Kinder?) werden auch für mich Rituale wichtiger. Es ist eben nicht alles schlecht nur weil es „alle“ machen.
So bin ich seit einigen Jahren auch mit dabei. Meine Vorsätze sind üblicherweise bescheiden, dass schützt vor dem Scheitern ;-)
Dieses Jahr werde ich überflüssige Abos kündigen.

Das geht schnell und hat mehrere Vorteile:

  • Ich habe mehr Zeit
  • Kein schlechtes Gewissen „Eigentlich müsste ich den Artikel noch lesen, der ist wirklich Interessant, aber jetzt nicht, weil…“
  • Ich spare mir überflüssige Ausgaben

Da die ersten beide Punkte auch für Newsletter zutreffen, werde ich auch da Tabula-Rasa machen.

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