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Gentechnik? Atomstrom? Wie hält es der örtliche Bundestagskandidat damit?
Natürlich sind alle für regenerative Energie. Und niemand möchte Schweine mit drei Köpfen.
Aber wenn es heißt „Butter bei die Fische“ gibt es doch deutliche Unterschiede.
Der BUND hat den Kandidatencheck gemacht. Hier nachschlagen wie die Bewerber sich dazu äußern.
Es ist Zeit, eine Entscheidung zu treffen.
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Er spricht sich für unbegrenzte Laufzeiten der Atomkraftwerke aus.
Er sieht sich dort als Speerspitze der Bewegung, wie schon mit seinem Vorschlag der Mehrwertsteuererhöhung.
Auch Frau Merkel lässt zur Zeit keine Gelegenheit aus, sich deutlich für längere Laufzeiten der alten (abgeschriebenen und daher höchst profitablen) Kernkraftwerke auszusprechen.
Das steht klar gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung.
Die „Nordsee-Zeitung“ macht regelmäßig Online-Umfragen. Gestern und heute unter anderem zu den Laufzeiten der Schrottmeiler.
Hier der aktuelle Zwischenstand:

NZ Umfrage Laufzeit AKW Krümmel
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22.06.2009: Krümmel läuft wieder
01.07.2009: Krümmel wieder heruntergefahren
04.07.2009: Atomkraftwerk Krümmel schaltet Reaktor im Eilverfahren ab
05.07.2009: Vattenfall nach AKW-Panne in Erklärungsnot
Das sind die „Krümmel-Überschriften“ von Spiegel Online der letzten zwei Wochen.
Der aktuelle Vorfall in Krümmel reiht sich nahtlos in die Pannenserie von Vattenfall. Deutlich wird: Die Betreiber bekommen die Probleme der Schrottmeiler nicht in den Griff. Gleichzeitig wird an der Verharmlosung festgehalten. Die Risiken werden kleingeredet, zugegeben wird nur was längst bewiesen und offensichtlich ist.
Es gibt keine „sichere Atomenergie“ – trotz unserer angeblich so hohen Standards hier in Deutschland.
Das Pannen Atomkraftwerk Krümmel darf effektiv noch 10 Jahre laufen. Die rechnerische Laufzeit endet (zur Zeit) im Jahr 2019. Das ist das Ergebnis des Atomkonsens.
Die CDU hat sich zum Thema Atomkraft deutlich positioniert. Ebenso wie die Betreiber hält sie die Kernkraft für unverzichtbar. „Daher streben wir eine Laufzeitverlängerung der sicheren deutschen Anlagen an.“ – so steht es im Wahlprogramm von CDU & CSU . Für wie lange schreiben die Konservativen nicht.
Wenn ihnen 2019 nicht reicht, dann möglicherweise 2040? Oder bleibt das AKW Krümmel noch bis 2050 am Netz? Oder bis zum bitteren Ende?
Ich fürchte, Krümmel wird nicht bis 2019 durchhalten. Das bittere Ende könnte schon deutlich eher kommen.
Deshalb: Krümmel nicht erneut hochfahren, sondern rückbauen. Jetzt.
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So was. Das passt leider nicht zur üblichen Werbekampange der Stromkonzerne.
Da wird ein düsteres Bild gemalt von explodierenden Stromkosten und Unterversorgung spätestens 2012. Da wird Atom- zu günstigem Ökostrom schöngeredet.
Wir müssten bald noch mehr Atomstrom von unseren Nachbarn kaufen, wenn wir unsere „sicheren“ Kraftwerke tatsächlich abschalten würden.
Und nun: im August ist abzusehen, dass wir 2008 soviel Strom exportieren wie nie zuvor.
Allein im ersten Halbjahr sind 14,4 Terawattstunden Strom mehr ex- als importiert worden. Das entspricht der Jahresleistung von zwei Kernkraftwerken – und das obwohl in diesem Zeitraum mehrere AKWs nicht am Netz waren.
Und diese Nachricht findet man nicht nur in der taz, sondern auch in der sonst eher pro Atom schreibenden Presse, sogar in hier.
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…und der Atomstrom.
Familie Mustermann zahlt ab sofort € 48,00 mehr im Jahr für ihren Strom. Insgesamt 34 Stromanbieter haben zum 01. August die Tarife erhöht, andere folgen dem Beispiel zum 01. September
Wenn der Atomkonsens aufgegeben, die Laufzeit der alten Meiler verlängert und die „Ersparnis“ im vollen Umfang an die Kunden weitergegeben würde, dann, ja dann könnte Familie Mustermann gut 50 Cent im Monat sparen. Und das für den Preis der weitern Risiken und ungelösten Entsorgung.
FDP: Von Stalin lernen heißt Siegen lernen?
Nur Herr Niebel hat einen fundierten Vorschlag für das Endlager: Sibirien. Schon Stalin hat ja nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ diejenigen, die anderer Meinung waren nach Sibirien verfrachtet (wenn er sie nicht sofort umbringen ließ)
Warum also nicht alles, was uns stört ab in die Kälte?
Das ist schon grundsätzlich falsch, aber auch noch strategisch zu kurz gedacht.
Russland mit seinen Monopolbestrebungen auf dem Energiesektor noch eine weitere Steilvorlage zu geben, mit der sie Deutschland energiepolitisch in die Zange nehmen kann, ist so ziemlich der bekloppteste Einfall, den das Sommerloch überhaupt zutage bringen kann.
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Da gibt es ja Politiker, die sagen: „Wir lassen die Atomkraftwerke länger am Netz und die Betreiber nutzen den zusätzlichen Gewinn im wesentlichen, um die Preisexplosion zu dämpfen„
Einer der so argumentiert ist zur Zeit im Wahlkampf. Aber ich habe das auch schon „vor Ort“ gehört.
Entweder ist das Naiv – oder der Versuch plumper Volksverdummung.
Denn im September des vergangenen Jahres äußerte sich ein Vertreter der Betreiber, E.on-Chef Wulf Bernotat, zum Thema Preisentwicklung: „Für das, was Strom an Lebensqualität bietet, ist Strom eigentlich zu billig, wenn wir ehrlich sind“
Wer die Preispolitik der großen Stromkonzerne (und ihrer „kleinen Töchter“) verfolgt, mag nicht so recht glauben, dass sie plötzlich auf Dividende verzichten, damit die Bürger mehr Geld in der Tasche haben. Schon heute sind die Anbieter von Ökostrom oft günstiger, ein Vergleich lohnt.
Unabhängig davon gilt:
Ob Atomkraft und ihre Folgen langfristig beherrschbar sind, weiß kein Mensch. Ein sinnvolles Risikomanagement ist wegen der extremen Zeiträume, um die es geht, nicht möglich.
Allein deshalb ist der Atomausstieg richtig.
Also: Abschalten! Und die Schrottmeiler: Schnell!
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