Atomstrom? Billiger?

Da gibt es ja Politiker, die sagen: „Wir lassen die Atomkraftwerke länger am Netz und die Betreiber nutzen den zusätzlichen Gewinn im wesentlichen, um die Preisexplosion zu dämpfen
Einer der so argumentiert ist zur Zeit im Wahlkampf. Aber ich habe das auch schon „vor Ort“ gehört.
Entweder ist das Naiv – oder der Versuch plumper Volksverdummung.
Denn im September des vergangenen Jahres äußerte sich ein Vertreter der Betreiber, E.on-Chef Wulf Bernotat, zum Thema Preisentwicklung: „Für das, was Strom an Lebensqualität bietet, ist Strom eigentlich zu billig, wenn wir ehrlich sind“

Wer die Preispolitik der großen Stromkonzerne (und ihrer „kleinen Töchter“) verfolgt, mag nicht so recht glauben, dass sie plötzlich auf Dividende verzichten, damit die Bürger mehr Geld in der Tasche haben. Schon heute sind die Anbieter von Ökostrom oft günstiger, ein Vergleich lohnt.

Unabhängig davon gilt:
Ob Atomkraft und ihre Folgen langfristig beherrschbar sind, weiß kein Mensch. Ein sinnvolles Risikomanagement ist wegen der extremen Zeiträume, um die es geht, nicht möglich.
Allein deshalb ist der Atomausstieg richtig.
Also: Abschalten! Und die Schrottmeiler: Schnell!

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Ein Kommentar

  1. bravo56 sagt:

    Billiger Atomstrom ist ein gern erzähltes Märchen. Aber eben nur ein Märchen. Wenn alle Kostenfaktoren im Preis des Atomstroms einkalkuliert wären, wäre er am Markt unverkäuflich, weil zu teuer. Subventionen beim Bau von Kernkraftwerken, nicht versicherte Risiken und Kosten für den Atommüll, die der Steierzahler übernehmen muss, wälzen einen erheblichen Anteil der Kosten für Atomstrom auf die Gesellschaft ab, bevor sie beim Stromverbraucher auf der Rechnung erscheinen.

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