Preisteigerung um 50 %

Das also ist die „gefühlte Inflation“
Immer wieder heißt es, wir sollten uns nicht so anstellen. So schlimm wäre es doch nicht. Hier mal ein Artikel in der FAZ, dort mal einer im Focus.
Tenor: Insgesamt steigen die Preise viel weniger, als wir glauben und wenn alle Ruhe bewahren und vor allem auf hohe Gehaltsforderungen in den Tarifrunden verzichten, dann wird das schon wieder.
Schön, wenn Computer und Unterhaltungselektronik sogar billiger werden.

Das nützt leider den meisten Menschen nichts, wenn die Kosten für das tägliche Leben explodieren. Lebensmittel sind allein im letzen Jahr im Schnitt um fast 10% teurer geworden (und die Preise sollen weiter steigen), und die Kosten für Energie sind um 50% seit 2002 gestiegen.

Das hat mit nichts mit verzerrter Wahrnehmung zu tun.

Die Nettolöhne kommen da schon lange nicht mehr mit. Immer mehr Menschen haben trotz Vollzeit Arbeitspaltz Anspruch auf „ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt“ – sie leben von Hartz V.

Wir brauchen keine Vorschläge, was wir anziehen sollen.

Wir brauchen zum einen Mindestlöhne und weiter spürbare Lohnerhöhungen. Zum anderen brauchen wir auch eine neue Finanzierung der Sozialversicherungen.
Wir brauchen die soliadarische Bürgerversicherung: Alle müssen sich an der Finanzierung beteiligen. Gestaffelt nach ihrem Einkommen, dann kann der Beitrag für viele sinken – und zu gleich können die Leistungen so dauerhaft gesichert werden.

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Ein Kommentar

  1. bravo56 sagt:

    Schöner Beitrag, den könnte sogar ein Politiker verstehen. Aber keine Angst, die bekommen von den Lobbyisten schon gesagt, was sie denken sollen, da brauchen sie sich nicht weiter anzustrengen.
    Wenn ich nur den immer wieder runtergebeteten Slogan von mehr Netto vom Brutto höre, rollen sich mir die Zehennägel auf.

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