Herzklopfen

Es gibt so Sachen, an die werde ich mich nicht gewöhnen.
Das Supermärkte gern mal Rollatoren anbieten, bitte sehr.
Bestenfalls Placebo taugliche „Nahrungsergänzungsmittel“, der ganze Mineralien und Vitaminquatsch  – geschenkt.

Aber ehrlich, das geht zu weit:

Ich staune über die Auswüchse im Gesundheitswesen...
Ich staune über die Auswüchse im Gesundheitswesen...

(link)

Defibrillatoren sind einen gute Sache. In den richtigen Händen.
Mittlerweile werden immer mehr Behörden und öffentliche Verkehrsmittel damit ausgestattet. Auch im Schwimmbad (sic!) habe ich schon einen gesehen. Als positiv denkender Mensch gehe ich davon aus, dass die Mitarbeiter gründlich eingewiesen und regelmäßig geschult werden.

Aber für den Hausgebrauch? Man, man, man..
Was soll sowas? Wer ist die Zielgruppe? „Es kann leider jeden treffen!“
Na, dann.

Auch interessant: „Mehr als 80% aller plötzlichen Herztode passieren Zuhause, in der Freizeit oder am Arbeitsplatz“
Vermutlich passieren 100% der plötzlichen Herztode Zuhause, in der Freizeit oder am Arbeitsplatz – wo den bitteschön sonst?
Ich bin der Auffassung, die Dinger haben im Privathaushalt nichts verloren.

  1. Sie wiegen in falsche Sicherheit
  2. Sie bergen erhebliche Risiken bei unsachgemäßer Anwendung oder fehlender Indikation

Hier wird erneut mit dem Leben den Ängsten der Kunden Menschen gespielt um Geld zu scheffeln. Und für das Gewissen gibt es einen Gutschein für einen Herz-Lungen Wiederbelebungskurs dazu…

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2 Kommentare

  1. Tobias sagt:

    Lieber Gunnar,
    auch ich habe bei meinem letzten Erste-Hilfe- Kurs eine Einweisung bekommen. Bzw., eine Power-Point-Präsentation hat mir gezeigt,wie es funktioniert. An mehr kann ich mich aber auch nicht erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich das Ding, wenn es zufällig aushängt, im Notfall benutzen soll. Ich weiß aber auch nicht mehr, wann genau so ein Notfall eingetreten ist. Keine Atmung? kein Herzschlag? Egal

  2. Eben nicht egal – das ist ja das Problem.
    Ein Defibrillator bringt ein stillstehendes Herz nicht zum Schlagen, das gelingt nur mit der Druckmassage, im Gegenteil: er stoppt das Herz für einen Augenblick. Das ist dann notwendig, wenn die Kontraktion des Herzmuskels nicht mehr vollständig, sondern nur noch minimal und dafür extrem häufig ist (dem sogenannten Kammerflimmern).

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