Das will ich nicht glauben

Die Stiftung Lesen hat gestern eine Studie vorgestellt. Danach wird 37 % der Kinder nie vorgelesen.

Ich glaube das nicht.
Ich kann das nicht glauben.
Ich will das nicht glauben.

Selten. Immer weniger. Mit Schuleintritt gar nicht mehr. Abhängig vom eigenen Leseverhalten.
Das habe ich erwartet.

Aber nie? Keine Gutenachtgeschichte? Bei mehr als einem drittel der Kinder?

Das bleibt für mich unvorstellbar.

Vorlesen ist gemeinsam verbrachte Zeit, es strahlt Gemütlichkeit aus. Geborgenheit.
Angenehmer Nebeneffekt: die Kinder erweitern ihren Wortschatz und ihre Grammatik, trainieren Vorstellungskraft und Konzentrationsfähigkeit – sie lernen Bücher als Freunde kennen.

Donnerstag ist bundesweiter Vorlesetag.
Mitmachen. Bekanntmachen. Zum Thema machen.

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2 Kommentare

  1. sunny sagt:

    Ein Vorlesetag im Jahr gereicht den Medien und der Politik als wirksames Propagandamittel.

    Sie haben die Problematik gut erkannt! Woher aber soll die „gemeinsam verbrachte Zeit inkl. Gemütlichkeit und Geborgenheit“ kommen?

    Oder sind dafür zukünftig nur noch KindergärtnerInnen, Tagesmütter oder Lehrer zuständig, während Eltern zusammen oder getrennt sich den Buckel krumm arbeiten?

    Welche Idee hat die SPD gegenüber dem Outsourcing-Programm unserer derzeitigen Bundesfamilienministerin und Großfamilienmutter? Welches Konzept „für“ Familie gibt es, oder steht die Familie gar nicht mehr zur Diskussion?

    LG sunny

  2. Gerade wenn es darum geht, dass Menschen sich Gedanken um ihr Verhalten machen (und es bestenfalls sogar ändern) bleibt „den Medien“ und „der Politik“ wenig anderes als Propaganda.

    Rahmenbedingungen wie (personell und materiell) gut ausgestattete Bibliotheken und kostenfreie Bildung, halte ich für notwendig. Die Einstellung zum Lesen muss zu Hause vermittelt werden.

    In den allermeisten Familien wird es möglich sein 10-15 Minuten am Tag (z.B. vor dem Schlafen der Kinder) vorzulesen. Auch wenn es nach einem anstrengenden Tag leicht scheint, den Kindern die Glotze zu gönnen (die von denen ja auch gefordert wird – aber die Gute-Nacht-Geschichte eben auch!)

    Der Begriff „Familie“ hat zur Zeit in Deutschland keine einheitliche Bedeutung.
    Die klassischen Familien werden weniger, es gibt mehr Singles, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Paare ohne Kinder.
    Ich setze mich für eine kinderfreundliche Gesellschaft ein. Dafür, dass die Entscheidung Kinder zu haben kein Armutsrisiko mehr ist. Dafür, das die Infrastruktur für Kinder verbessert wird (und auch die für Eltern mit Kindern)

    Und damit ich morgen wieder konkrete Kinderfreundlichkeit praktizieren kann, muss ich jetzt schlafen 😉

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