Von Böcken. Und Gärtnern.

Ein Energieversorger engagiert sich für Klimaschutz?

Ein Großkonzern sammelt Unterschriften, um „…die Politik zu unterstützen diese wichtige Zukunftsaufgabe anzugehen..“?

VERBRAUCHER GEGEN KLIMAWANDEL

Unter diesem Motto wirbt der Stromgigant VATTENFALL für die Unterzeichnung seiner „KLIMAERKLÄRUNG

Zugegeben, der Marketingabteilung muss ich Respekt zollen:

  1. Die Kampange stellt den Energieriesen als Umweltaktivist da
  2. Durch Straßenaktionen, Werbespots und die Onlineaktivitäten werden normale Menschen als Unterstützer eingebunden
  3. Die Europaweit akquirierten Unterschriften stärken die Lobbyisten bei der Argumentation für die strategischen Ziele des Konzerns

Der dritte Punkt ist schon beinahe perfide. Denn die Ziele des Konzerns haben wenig nichts mit dem zu tun, was allgemein als Klimaschutz verstanden wird.

Zu den Forderungen, die unterschrieben werden sollen im einzelnen:

„Wir brauchen einen weltweit gültigen Preis für CO2-Emissionen.“

Europa ist längst weiter. In der Diskussion ist, dass alle für die Emission zahlen sollen. Zur Zeit erhalten die Energiekonzerne 80% Ihrer Verschmutzungsrechte kostenlos. Die Forderung von VATTENFALL richtet sich genau dagegen.
Trotz aller Unzulänglichkeiten: Europa ist zur Zeit der Motor des Emissionshandels und diese Forderung ist geeignet, den Motor abzuwürgen.
Zum Thema Gerechtigkeit ein Zitat von Klaus Töpfer: »Unterschiedliches muss unterschiedlich behandelt werden. Wenn ein Afrikaner pro Kopf und Jahr 0,3 Tonnen CO2 emittiert, wir aber über zehn, dann kann man das nicht gleich behandeln. Wenn man das tut, ist man ungerecht.«

„Wir brauchen mehr Förderung für klimafreundliche Technologien.“

Wer kann dazu schon nein sagen?
Das klingt nach High-Tech, Arbeitsplätzen, Umweltschutz. Gleich drei Wünsche auf einmal. (OT: Das kenne ich doch…?)
Hier bedeutet das Subventionen an einen Energieriesen, weil der auf unsere Kosten seine Dreckschleudern aufrüsten will.
Konkret geht es um 10 Milliarden Euro, die VATTENFALL von unseren Steuergeldern fordert.

„Wir brauchen Klimaschutzstandards für unsere Produkte.“

Das bedeut schlicht: die Verbraucher sollen sich um den Klimaschutz kümmern. Sie erklären Umweltschutz zur Privatsache.

Und VATTENFALL hat sofort konkrete Tipps, wie sich im täglichen Leben CO2 sparen lässt:

VATTENFALL empfiehlt

VATTENFALL kommt Kohlendioxidemissionen von 890 Gramm pro erzeugter Kilowattstunde Strom. Der Durchschnittswert liegt laut Umweltbundesamt bei 596 Gramm pro Kilowattstunde Strom.
Es gibt Anbieter, die ohne CO2 (und ohne Atommüll) auskommen. Ein Wechsel würde bei einer durchschnittlichen vierköpfigen Familie 2950 kg CO2/Jahr weniger bedeuten.

quelle, quelle, quelle

und

Weiterlesen!

Advertisements

Ein Kommentar

Kommentare sind geschlossen.